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Dobermann

Der Dobermann


Geschichtlicher Hintergrund

Als Louis Dobermann um 1870 seine mausgraue Hündin " Schnuppe " mit anderen Pinschern, Fleischerhunden, Jagd- und Schäferhunden paarte, war ihm wohl nicht bewusst, dass daraus einmal eine anerkannte Rasse entstehen würde. Louis Dobermann, Hundefänger und Steuereintreiber in Apolda, war verpflichtet, herrenlose Hunde in Apolda einzufangen. Als Steuereintreiber legte er viele Kilometer allein zurück und daß er bei Steuersündern nicht sehr beliebt war, muss kaum erwähnt werden. Also hielt er sich immer Hunde, die ihn begleiteten, sie sollten schnell, gehorsam, mannscharf und intelligent sein. Der Dobermann ist die einzige Rasse, die den Namen des "Erschaffers" trägt.

Als 1999 in Garmisch-Partenkirchen der Dobermann-Verein sein 100 -jähriges Bestehen feierte, präsentierten sich dort Hunde, die nur noch sehr wenig mit der "Schnuppe" von Louis Dobermann gemein haben. Nicht nur in der Größe, Rüden erreichen heute eine Widerristhöhe von 68-72 cm und bis zu 50kg, Hündinnen zwischen 63 -68 cm und bis 40 kg, sondern auch im Aussehen und im Charakter haben 100 Jahre Zucht das Bild des Dobermanns völlig verändert.

Der Dobermann zählt auch heute zu den elegantesten Hunden und gehört zu den 8 Gebrauchshunderassen. Es gibt kaum noch Erinnerung an den kleinen (um 45 cm), gedrungenen, etwas plump wirkenden Hund des Herrn Dobermann.


Kurzbeschreibung

Es sind vier Farbschläge bekannt, aber nur Braunrot und Schwarzrot dürfen zur Zucht verwandt werden. Blaurot und Isabellrot sind Aufhellungsvarianten, die aber aufgrund der Anfälligkeit für bestimmte Hauterkrankungen heute nicht mehr in der Zucht verwendet werden dürfen. Die Bezeichnung " Rot" bezieht sich immer auf die rostroten Abzeichen die der Dobermann, ähnlich den Manchester-Terriern (Black-and-Tan), im Gesicht, auf den Pfoten und im Gesäßbereich aufweist.

Der Dobermann hat ein quadratisches Gebäude ( Widerrist bis Sitzbeinhöcker), gerade lange Läufe, eine tiefe Brust mit guter Rippenwölbung und soll über eine gut ausgeprägte Vorbrust verfügen. Der Kopf ist gestreckt und entspricht in der Draufsicht einem stumpfen Keil, von der Seite gesehen sollen Stirn- und Nasenlinie so parallel wie möglich verlaufen. Augen, Nase und Deckfarbe sollen so dunkel wie möglich sein. Bis 1987 wurden sowohl die Ohren, als auch die Rute kupiert, seit 1998 präsentiert sich unser Dobermann nun mit langer Rute und Schlappohren, deren Rand an der Wange anliegen sollte.

Das Haar des Dobermanns ist extrem kurz und liegt eng an, bei guter Fütterung, sehen die Tiere aus, als hätten sie einen " Frack" an. Gebürstet muss der Dobermann kaum werden, obwohl er dies sehr liebt und ein trockenes Handtuch zum Abrubbeln genügt meist. Der Dobermann muss beschäftigt werden, als intelligente Rasse verlangt er nach Aufgaben und normales Spazierengehen genügt ihm nicht. Sowohl im VPG-Sport, als auch im Agility, Breitensport oder Fährtensuchen wird der Dobermann mit Erfolg geführt, hier sind der Phantasie und den Neigungen von Hund und Halter keine Grenzen gesetzt. Bewegung und Lernen liegen diesem quirligen Pinscher im Blut, daher auch die amerikanische Bezeichnung Doberman-Pinscher.

Das Bestechende an dieser Rasse ist ihr Charakter. Ihrer Familie gegenüber sind sie extrem zugetan und verschmust. Der Dobermann ist sehr kinderlieb. Fremden gegenüber sind die Hunde heute freundlich bis zu zurückhaltend, selten aber aggressiv.

Der Dobermann ist durch die harten Anforderungen in der Zucht (seit über 30 Jahren wird eine Zuchttauglichkeitsprüfung verlangt) heute ein liebevoller Familien-, Begleithund- und Sporthund. Als Diensthund findet er nur noch selten Verwendung - auf der einen Seite wegen seinem kurzen Fell, auf der anderen Seite wegen seiner extremen Bindung zu seinem Führer, der für ihn, anders, als bei anderen Rassen nicht austauschbar ist. Der Dobermann ist so, wie sein Besitzer es wünscht, er füllt die Familienrolle perfekt aus.

Trotz dieser guten Eigenschaften ist der Dobermann nicht ein " jedermanns Hund" er braucht eine liebevolle, konsequente Erziehung und das vom ersten Tage an. Sein Terrierblut verlangt von seinen Besitzern ein ruhiges und bestimmtes Verhalten, der Dobermann wird gut erzogen immer ein verlässlicher Partner sein, aber er wird immer eine eigenständige Persönlichkeit sein mit eigenem Kopf und eigenen Vorlieben. Dies unterscheidet ihn deutlich von anderen Gebrauchshunderassen. Über den Dobermann kursieren auch heute noch viele Märchen, vom unberechenbaren Hund. Dazu trugen früher sicher auch die kupierten Ohren und die kupierte Rute bei, die ihm ein " Pokerface" verliehen. Heute gehen viele Menschen auf den Dobermann viel unbefangener zu, weil sie ihn nicht sofort erkennen und so verstummen die Geschichten, über den gemeinen, hinterhältigen, seinen eigenen Herrn beißenden Hund immer mehr und werden dem liebevollen Charakterhund immer gerechter.

Natürlich hat auch der Dobermann Dispositionen für bestimmte Erkrankungen, hier seien vor allem die Magendrehung und Herz-Kreislauferkrankungen angeführt.

Von der gefürchteten Hüftdysplasie ( HD) ist die Rasse, dank konsequenter Zuchtauslese heute so gut wie gar nicht betroffen. Beim Kauf sollte man auf die Langlebigkeit und Gesundheit und auf ein unbefangenes, freundliches Wesen von Eltern und Großeltern achten und natürlich nur bei anerkannten Züchtern einen gut geprägten Welpen erwerben.


Unser Buchtipp

Das große Dobermann Buch
von Gerhard Schüler

Babak Khalatbari aus Münster, Deutschland:
"Bei der Anschaffung eines Dobermanns besitzt dieses Buch meiner Meinung nach das ebenbürtige Anschaffungskriterium wie Hundekorb, Leine oder Halsband. Dieses allumfassende Werk nimmt bei der Information über die Hunderasse Dobermann nach meinem Urteilsvermögen den Stellenwert einer Bibel in einer Kirche ein.

Der Veterinärmediziner Schüler stellt in äußerst gelungen gegliederten 14 Kapiteln seine über Jahrzehnte recherchierten sowie gesammelten Informationen rund um die Rasse Dobermann zur Verfügung, wobei ein gediegene Komposition aus historischen, persönlichen und medizinischen Fachwissen entstanden ist. Themen wie Rassestandards, Aufzucht, Erziehung, Aus-stellung, Ernährung, Krankheiten, Pflege und Fürsorge werden exzellent und gewissenhaft abgehandelt und mit Hilfe von rund 100 Fotos, Abbildungen und Tabellen sehr gut dargestellt bzw. illustriert.

Wer sich tiefgründig über seinen tierischen Begleiter Dobermann informieren will, sollte sich die Zeit nehmen, das umfangreiche Buch, das schon in zweiter Auflage erschienen ist, zu lesen. Meiner Ansicht nach hat Schüler ein perfektes Werk erstellt und bekommt deswegen im Vergleich zu anderen Publikationen alle fünf Sterne. Verstauben wird das Buch keinesfalls, denn selbst nach der Lektüre bietet es noch Verwendungszweck, da es sich aufgrund der Größe und Dicke vorzüglich zum Apportieren eignet."

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