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Bullterrier

Der Bullterrier


Geschichtlicher Hintergrund

Ehe die brutalen Bräuche des Bullen- und Bärenbeißens, der Hahnenkämpfe und Hundekämpfe im Jahre 1835 durch das englische Parlament gesetzlich verboten wurden, waren diese Kämpfe in ganz England populär und über das ganze Land verbreitet. Da man recht wohlhabend sein musste, um einen eigenen Bullen oder Bären zu besitzen, waren "Hundekämpfe" der "Sport" der armen Klassen. Für einen "Kampfhund" zählte nur Eines, unerschütterliche Tapferkeit - "bottom" wie sie es nannten.

Es wurden alle Arten von Kreuzungen ausprobiert, aber vom Standpunkt des Kampfzweckes waren die Mischlinge bei weitem die erfolgreichsten. "Terrier" war damals ein Sammelbegriff für alle Arten von Hunden, die Raubzeug und Ratten angriffen und töteten. Als der Hundekampf durch Gesetze verboten wurde, machten sich die Züchter der Rasse daran, besser aussehende Hunde zu züchten.

An der Spitze der Züchter stand die Familie Hinks aus Birmingham, schon seit Generationen Hunde- und Tierhändler. James Hinks machte sich daran, eine rein weiße Zuchtlinie aufzubauen - bis dahin gab es ja "Bull and Terrier" in allen Farben als Kampfhunde. Er kreuzte den Bull-and-Terrier mit dem friedlicheren White English Terrier, später dann mit dem Dalmatiner und dem Bulldog. In krassem Kontrast zu den Originalzutaten bei der Zucht der neuen Rasse kamen Hinks und seine Gefolgsleute zum großen Erfolg. Sie erreichten ihr Idealbild. Hinks nannte diese neue Hunderasse "Bull Terrier".

Hinks neue Rasse begann einen Siegeszug über die ganze Welt und ist heute von den Tropen bis zur Arktis überall zu Hause.

Der wahre Charakter des Bullterriers ist von einmaligem Mut und doch sanft, überaus kraftvoll und athletisch und doch so voller Humor, Freude am Spiel und er ist ein großer Liebhaber der luxuriösen Bequemlichkeit.


Kurzbeschreibung

Heute gibt es den Bullterrier in vielen Farben, weiß, gestromt, rot, falb, schwarz mit gestromten Abzeichen, schwarz mit lohfarbenen Abzeichen, sehr selten auch blau oder leberfarben. Alle diese verschiedenen Grundfarben sind in der Regel mit weißen Abzeichen verbunden.

Menschen, die einen bösartigen Hund brauchen, um unter Beweis zu stellen, welche Machos sie sind, die den Mut des Bullterrier missbrauchen, ihn zur Aggressivität ermuntern und erziehen, das sind die Menschen, vor denen diese gefährdeten Hunde geschützt werden müssen.

Gesucht für den Bullterrier sind Menschen, die einen Hund als Lebensgefährten, als Familienhund wünschen, einen Hund voller Humor, der sich bei jeder Gelegenheit wie ein Clown benehmen kann. Ein Hund, der - eine gute Zucht, Prägung und Sozialisation vorausgesetzt - alle Menschen - insbesondere Kinder - abgöttisch liebt und sich problemlos an andere Haustiere wie Katzen, Vögel, Hamster, Meerschweinchen gewöhnt.

Die Erziehung des Bullterrier ist nicht immer leicht. Er neigt dazu recht dickschädelig zu sein und lässt sich manchmal nur schwerlich von etwas abbringen, dass er sich gerade vorgenommen hat. Hier gilt ganz einfach der Grundsatz noch etwas dickschädeliger zu sein als der Bullterrier selbst. "Laß ihn einfach glauben, dass das was Du willst eigentlich das ist, was er will" und dann sollte die Erziehung des Bullterriers kein Problem mehr sein.

Ein alter Staffordshire Bullterrier Züchter aus England sagte einmal:

"Es gibt Bull Terrier und daneben noch weitere hunderte verschiedene Hunderassen. Aber die letzteren sind einfach nur Hunde. Es gibt Bull Terrier - aber all die anderen - das sind ganz einfach nur Hunde".

Die Rettung dieser edlen Hunderasse, die trotz 200 Jahren auferlegter Tortur und Schurkerei eine solch großartige Hingabe zum Menschen, zu Kindern und zum menschlichen Heim besitzt, diese edle Rasse zu retten ist die Pflicht eines jeden Bullterrier-Besitzers.


Unser Buchtipp

Bully for me. Mein Leben mit Bull Terriern.
von Jack Mildenhall

Anonym aus Gelsenkirchen, Deutschland:
"Der Hauptteil der Handlung spielt in den 60er und 70er Jahren, und damals und leider zum Teil bis heute kam und kommt es bisweilen vor, dass Hündinnen regelrechte "Rabenmütter" sind, das kommt aber nicht nur beim Bullterrier vor! Jack Mildenhall beschreibt auch zahlreiche seiner Hunde die frei waren von jeglicher Aggression gegen andere Tiere (so wie es sein soll) - denn zu Menschen ist ein guter Bulli IMMER freundlich. "Bully for me" nimmt kein Blatt vor den Mund, zeigt sehr deutlich die Schwierigkeiten,aber auch die Glücksmomente, die mit der Bullterrier-Zucht verbunden sind. Bisher hat noch niemand in einer einprägsameren und amüsanteren, dabei ehrlichen Art und Weise den Charakter des Bullterriers so treffend dargestellt. Bereits im Vorwort (vom deutschen Bullterrier-Papst Dieter Fleig)wird erwähnt, dass es sich um ein kritisches Buch handelt, aus dem man sicherlich falsche Schlüsse ziehen kann, wenn man nicht auch zwischen den Zeilen liest. Mir jedenfalls hat das Lesen viel Spaß gemacht und mir den Bulli noch näher gebracht, und ich lese es auch immer wieder gerne."

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